👨👩👧18 Jahre bis zur Volljährigkeit: Wie ein langer Anlagehorizont die Sparregeln für Kinder verändert
Wie man mit dem Investieren für das Kind beginnt (und wann)
Oma brachte einen Umschlag in die Entbindungsstation. Darin lagen 10.000 CZK, „für ein Sparbuch, damit sie etwas haben, wenn sie groß sind." Die Eltern dankten ihr, legten das Geld in eine Schublade – und weil ein zweites Kind geboren wurde und dann die Badezimmerrenovierung kam, blieb der Umschlag achtzehn Jahre dort liegen. Als ihr Sohn ihn zur Abschlussfeier öffnete, lagen noch immer die gleichen zehntausend Kronen darin. Aber in dieser Zeit hatten sich die Preise in etwa verdoppelt, sodass er effektiv rund 5.000 CZK an ursprünglicher Kaufkraft erhalten hatte. Ein nettes Geschenk, das sich im Laufe der Zeit aufgelöst hatte.
Das ist der häufigste Fehler beim „Sparen für Kinder": nicht die falsche Wahl eines Fonds, sondern überhaupt keine Wahl. Das Geld steht still oder liegt auf einem Sparkonto, wo die Inflation es langsam aufzehrt. Dabei haben wir bei Kindern die wertvollste Ressource, die es in der persönlichen Finanzplanung gibt: Zeit.
Warum Zeit die Geheimwaffe eines Kindes ist
Zinseszins ist keine Frage des Betrags, sondern der Anzahl der Jahre, in denen er wirkt. Und ein Kind hat einen Horizont, den kein erwachsener Anleger hat – leicht 18 bis 25 Jahre, bevor das Geld tatsächlich gebraucht wird (Studium, erste Wohnung, Unternehmensgründung).
Verdeutlichen wir das mit groben Zahlen (indikativ, als Illustration des Prinzips, nicht als Versprechen):
- Man legt 1.000 CZK monatlich von der Geburt bis zum 18. Geburtstag zurück = eingezahlter Gesamtbetrag: 216.000 CZK.
- Bei einer langfristigen durchschnittlichen Rendite, die historisch für den breiten Aktienmarkt bei etwa 6–8% jährlich lag (nominal, mit großen Schwankungen zwischen den Jahren), könnte der Endbetrag theoretisch deutlich höher sein als der eingezahlte Betrag – gerade weil auch auf Zinsen wieder Zinsen berechnet werden.
Datenblock: Warum früher beginnen besser ist als später einen höheren Betrag einzuzahlen
Das ist das Kontraintuitivste an diesem Thema. Vergleichen wir zwei Familien (illustrativ, mit der gleichen erwarteten Rendite):
- Familie A legt 500 CZK monatlich von Geburt des Kindes an für die gesamten 18 Jahre zurück.
- Familie B entscheidet sich für „wir warten, bis wir mehr haben", und beginnt, wenn das Kind 9 Jahre alt ist – zahlt dann aber 1.000 CZK monatlich ein.
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